„Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Lehrer!“
Ein schlimmeres Armutszeugnis hätte sich die Hessische Landesregierung wahrhaftig nicht ausstellen können. Während der Bildungsbericht der OECD zu dem Schluss kommt, dass es in Deutschland zu wenig hochqualifizierte junge Menschen gibt, kündigt die Landesregierung an, im kommenden Jahr Tausend Stellen für Lehramtsreferendare zu kürzen.
Offensichtlich soll der Status quo mit hohen Schülerzahlen pro Klasse er-halten werden statt die sinkenden Schülerzahlen dazu zu nutzen, die Klassen kleiner zu machen. In anderen Ländern, insbesondere in Nordeuropa, wird es uns vorgemacht, dass kleinere Klassen auch bessere Schulleistungen bringen, vor allem eine bessere Förderung von schwächeren Schülern, insbesondere von denen mit Migrationshintergrund.
Gleichzeitig wurden viele junge Menschen in ein Lehramtsstudium gelockt, die ohne ein Referendariat mit ihrer hohen Qualifikation und ihrer Motivation künftig auf der Strasse stehen. So darf man nicht mit jungen Leuten umgehen.
Arnold wörtlich: „Als rohstoffarmes Land können wir es uns nicht leisten, Kinder zurück zu lassen. Wir brauchen die Kreativität, die Fähigkeiten und die Fertigkeiten von allen Menschen, die hier leben. Dass zehn Prozent der jungen Leute die Schule ohne Abschluss verlassen, ist eine Hypothek, die uns lange belasten wird. Deshalb ist es sinnvoll, jetzt zu investieren und die Ausbildungsqualität zu verbessern, um wirklich jeden mitnehmen zu können.“
Dass dies offensichtlich nicht gewünscht ist oder man die Zeichen der Zeit einfach nicht begreift, offenbart die Rückwärtsgewandtheit der Landesregierung, die sich immer mehr von den tatsächlichen Problemen der Men-schen verabschiedet.
Arnold erinnert, dass mit dem Sonderinvestitionsprogramm Schulen das größte Schulbauprogramm der letzten Jahrzehnte umgesetzt wurde. Wir haben auch bei uns in der Wetterau hervorragende räumliche Vorausset-zungen für die Schulen geschaffen, jetzt muss das Land nachziehen und auch die pädagogischen Bedingungen verbessern.